Von Einzelzeichen zu Ordnungssystemen
Frühe chinesische Quellen erzählen von Personen, die Herrschende anhand auffälliger Merkmale einschätzten. Solche Geschichten dienten häufig der nachträglichen Legitimation und sagen mehr über politische Erzählkultur als über Vorhersagekraft aus.
In späteren Jahrhunderten wurden verstreute Motive zu Abschnitten, Palästen, Ämtern und Alterskarten gebündelt. Die Systematisierung schuf ein umfangreiches Vokabular, aber keinen wissenschaftlichen Nachweis.
Wichtige zugeschriebene Werke
- Mayi Xiangfa
- Eine über Generationen gewachsene, traditionell einem sagenhaften Meister zugeschriebene Sammlung.
- Shenxiang Quanbian
- Eine umfangreiche Kompilation von Versen und Bildtafeln, die mit der Ming-Zeit verbunden wird.
- Bingjian
- Ein einflussreicher später Text, traditionell Zeng Guofan zugeschrieben; die Autorschaft gilt als unsicher.
Historisch statt deterministisch lesen
Viele alte Texte enthalten Klassen-, Geschlechter- und Körpernormen. Eine moderne Darstellung muss diese benennen und Aussagen über Moral, Persönlichkeit, Intelligenz, Gesundheit oder Lebensdauer verwerfen.
Ihr Wert liegt in der Geschichte des Beobachtens und Kategorisierens: Welche Ordnung wollte eine Epoche im Gesicht sehen, und wem nutzte diese Ordnung?