Ein eigenes Teilgebiet der Überlieferung
Zhi Xiang bezeichnet die traditionelle Deutung von Malen. Sie verbindet die Gesichtskarte mit Kategorien wie verborgen oder sichtbar, eben oder erhaben und wurde in späteren Handbüchern zunehmend systematisiert.
Die Bewertungen sind zwischen Quellen widersprüchlich und oft von alten Schönheitsnormen geprägt. Gerade deshalb sollte das Material vergleichend statt als Anleitung zum Beurteilen von Menschen gelesen werden.
Drei häufige Kategorien
- Lage
- Ein Mal übernimmt in der Folklore das Thema der jeweiligen Gesichtszone; diese Verknüpfung ist symbolisch.
- Sichtbarkeit
- Verborgene und auffällige Male erhielten gegensätzliche Wertungen, die historische Moralvorstellungen spiegeln.
- Farbe und Erhebung
- Alte Farbwörter sind uneinheitlich und dürfen keinesfalls als dermatologische Bewertung verwendet werden.
Kultur und Hautgesundheit trennen
Muttermale verraten nichts über Persönlichkeit, Lebenslauf oder moralische Eigenschaften. Neue oder veränderte Hautmale sollten unabhängig von jeder Folklore medizinisch abgeklärt werden.
Als Reflexion eignet sich die Frage, warum Kulturen sichtbare Besonderheiten mit Geschichten versehen und wie man Stigmatisierung durch solche Geschichten vermeidet.